Fallbeispiel

Syngenta verkauft in Brasilien hochgiftige Pestizide

Während Diquat in der Schweiz und Europa wegen gravierender Gesundheitsrisiken verboten ist, boomt der Absatz in Brasilien. Eine Recherche von Public Eye zeigt: Kleinbauern erleiden Vergiftungen durch das Syngenta-Pestizid.

Als Brasilien das hochgiftige Paraquat verbot, sprang rasch ein Ersatzstoff in die Bresche. ©Marcelo Curia / Public Eye

Als Brasilien 2020 das hochgiftige Paraquat verbot, sprang rasch ein Ersatzstoff in die Bresche: Diquat, ebenfalls von Syngenta produziert – und in der Schweiz, der EU und Grossbritannien aus Gesundheitsgründen verboten. In Brasilien hingegen explodierte der Absatz: Von 1’400 Tonnen im Jahr 2019 auf 24’000 Tonnen nur drei Jahre später.

Die Folgen sind dramatisch. Kleinbäuer:innen im brasilianischen Bundesstaat Paraná berichten von Lähmungen, Atemnot und Augenschäden, nachdem sie Kontakt mit dem Herbizid hatten. Die meisten Vergiftungen stehen im Zusammenhang mit dem Syngenta-Produkt Reglone. Bei den Behörden werden nur wenige Vergiftungsfälle gemeldet, das tatsächliche Ausmass ist nicht bekannt. 

Syngenta empfiehlt zwar, dass bei der Verwendung des Herbizids eine Schutzausrüstung getragen wird, in der Realität ist diese aber häufig nicht zugänglich ©Marcelo Curia / Public Eye

Trotz des Verbots in Europa exportiert Syngenta Diquat nach Brasilien. Syngenta empfiehlt zwar, dass bei der Verwendung des Herbizids eine Schutzausrüstung getragen wird, in der Realität ist diese aber häufig nicht zugänglich. Bauernfamilien, die kleine Flächen bewirtschaften und Pestizide von Hand versprühen, sind dabei besonders gefährdet.

Der Fall zeigt einmal mehr, weshalb es die Konzernverantwortungsinitiative braucht.

Vollständige Recherche lesen von Public Eye: «Kleinbauern in Brasilien erleiden Vergiftungen durch bei uns verbotenes Pestizid von Syngenta» von Januar 2025

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