Fallbeispiel
Problematische Saphire landen bei Cartier, Rolex & Co.
Lebensgefährliche Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Schmuggel prägen den Saphir-Abbau in Madagaskar. Die Edelsteine, die oft mithilfe von Bestechungsgeldern exportiert werden, landen auch bei Schweizer Luxuskonzernen. Eine von Public Eye ermöglichte Reportage zeigt die Schattenseiten des Saphirabbaus.

In der madagassischen Bergbauregion Ilakaka, einem 4000 Quadratkilometer grossen Gebiet, das eines der grössten Saphirvorkommen der Welt beherbergt, graben sich die Menschen in ungesicherten Minen tief in die rote Erde. Die Saphirvorkommen wurden 1998 entdeckt, das Gebiet ist bis heute eine der weltweit wichtigsten Quellen für diese Edelsteine. Männer, Frauen und Kinder schuften ohne Schutz, unter Lebensgefahr, weil die Schächte jederzeit einbrechen könnten, und mit einfachsten Werkzeugen. Schon Fünfjährige helfen ihren Eltern dabei, den in den Stollen gesammelten Schutt zu sortieren, Jugendliche steigen bereits selbst in die lebensgefährlichen Schächte hinab. Für viele Menschen ist der gefährliche Abbau die einzige Einkommensquelle.

Bekannte Marken profitieren von den Problem-Saphiren
Gemäss Zahlen der Vereinten Nationen exportierte Madagaskar im Jahr 2022 Edelsteine (Saphire, Rubine und Smaragde) im Wert von rund 60’000 Dollar. Tatsächlich jedoch werden gemäss diversen Schätzungen jährlich Saphire im Wert von etwa 150 Millionen Dollar aus Madagaskar ausgeführt. Grund für diese riesige Differenz ist ein paralleles Exportsystem, das illegal ist, jedoch von den meisten ausländischen Käufern genutzt wird. Mit Hilfe von Bestechungsgeldern werden die Rohsteine nach Sri Lanka und Thailand verschifft, wo sie geschliffen und mit grossem Gewinn weiterverkauft werden, bevor sie in die Produktion der Luxusgüterherstellern gelangen. Unter ihnen auch der Genfer Konzern Richemont (dem unter anderem die Marken Cartier, Piaget und Van Cleef & Arpels angehören), das Luzerner Unternehmen Bucherer (das zum Rolex-Konzern gehört), Harry Winston, (Teil des Swatch-Konzerns) oder der Luzerner Juwelier Gübelin.
Das Beispiel zeigt einmal mehr, weshalb es die Konzernverantwortungsinitiative braucht.
Vollständige Recherche lesen, welche Public Eye mit dem Investigation Award gefördert und publiziert hat: «Der Fluch der Saphire», Januar 2024

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