1.12.2025 - Medienmitteilung

Neue Recherche: Hochgiftige Pestizide in der Kakao-Produktion für Lindt & Sprüngli

Eine neue Recherche der Koalition für Konzernverantwortung zeigt, wie hochgiftige, in der Schweiz verbotene, Pestizide im Rahmen des Lindt & Sprüngli Farming Program an Kleinbäuer:innen vermarktet wurden. Viele der in Ghana eingesetzten Pestizide stammen vom Agrarkonzern Syngenta.

Bereits Anfang 2024 zeigte die Kinderarbeits-Recherche der SRF-Rundschau grosse Probleme im Nachhaltigkeitsprogramm von Lindt & Sprüngli in Ghana. Eine neue Recherche der Koalition für Konzernverantwortung zeigt nun, dass das Lindt & Sprüngli Farming Program auch im Bezug auf den Einsatz hochgiftiger Pestizide eine problematische Rolle spielt.

Systematischer Einsatz von in der Schweiz verbotenen Pestiziden

Alle interviewten Bäuer:innen, die ihre Bohnen an den umstrittenen Lindt-Partner Ecom verkaufen oder Teil des Lindt & Sprüngli Nachhaltigkeitsprogramms sind, gaben an, im Kakaoanbau regelmässig hochgiftige Pestizide (laut PAN-Klassifizierung) einzusetzen, die in der Schweiz und der EU verboten sind. Keine und keiner der Befragten verfügte dabei über wirksame Schutzausrüstung, alle sind den gefährlichen Chemikalien ausgesetzt.

Die Recherche deckt zudem auf, wie auch im Rahmen des Farming Program von Lindt & Sprüngli der Einsatz hochgiftiger Pestizide nicht nur nicht verhindert, sondern sogar aktiv propagiert wurde – entgegen anderslautender Nachhaltigkeitsversprechen auf der Lindt-Webseite.

Jahrelang wurden Pestizide sogar an die Bäuer:innen vermarktet

Aussagen von zwei Informant:innen zeigen ausserdem, dass bis 2023 im Rahmen des Lindt & Sprüngli Farming Program hochgiftige Pestizide an die Kakao-Bäuer:innen vermarktet wurden. Dabei spielt der umstrittene Rohstoffhändler Ecom mit Sitz in Pully (VD) eine entscheidende Rolle, der in Ghana einen grossen Teil des Lindt & Sprüngli Farming Program umsetzt und über die Tochterfirma Crop Doctor selbst Pestizide vermarktet.

Syngenta verkauft in der Schweiz verbotene Pestizide 

Viele der auf den Kakao-Farmen eingesetzten Pestizide, die in Europa und der Schweiz verboten sind, stammen vom Agrarkonzern Syngenta mit Sitz in Basel und seiner Tochterfirma Adama. Darunter «Actara 240 SC» mit dem Wirkstoff Thiamethoxam und «Galil 300 SC» mit Imidacloprid und Bifenthrin.

Der Fall zeigt einmal mehr, weshalb es die neue Konzernverantwortungsinitiative braucht, die 2025 lanciert und eingereicht wurde.

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